„Eine Unverschämtheit“: Schwalbenohler wochenlang ohne TV, WLAN und Telefon
Vodafone-Kunden frustriert
- Attendorn, 05.03.2026
- Verschiedenes
- Von Jana Becker
Attendorn. Renate Hölter, Hannelore Molter und Ulrich und Renate Schwarte sind mit ihrer Geduld am Ende. Am Mittwochnachmittag, 4. März, sitzen sie im Wohnzimmer von Renate Hölter an der Flensburger Straße im Schwalbenohl und reden aufgeregt durcheinander. Sie sind sauer. Denn mittlerweile haben sie seit fast acht Wochen weder funktionierendes WLAN noch einen Telefon- oder Fernsehanschluss. Und damit sind sie nicht allein.



„Das ist eine Unverschämtheit“, fasst Hannelore Molter die Lage zusammen. Seit Anfang Januar funktionieren bei den vier Bewohnern der Flensburger Straße weder das Kabel-TV noch das Breitband-Internet oder die Festnetz-Telefonie. Sie alle sind Vodafone-Kunden. Warum die Störung besteht, wissen sie nicht. Sie wissen auch nicht, wie lange die Probleme noch andauern werden.
Auch Ulrich und Renate Schwarte sind fassungslos: „Wir zahlen, erhalten aber keine Leistung!“, ärgert sich das Ehepaar. „Und das seit Wochen!“ Einmal sei ein Techniker vor Ort gewesen. „Der sagte, das dauert ein paar Tage“, erinnert sich Renate Hölter. „Da dachte ich noch: ‚Ohje, so lange ohne Fernsehen!‘“
Die vier sind enttäuscht vom Vorgehen von Vodafone. „Keiner meldet sich. Es gab keinen Anruf, keinen Brief, nicht einmal einen Aushang!“ Auch der Kundenservice hilft den Betroffenen nicht weiter. „Man wird einfach vertröstet“, erzählt Hannelore Molter.

„Wir haben das Gefühl, die nehmen uns gar nicht ernst“, beklagt auch Renate Hölter – und die anderen drei Betroffenen nicken. Wenn sie zu einem Mitarbeiter durchgestellt werden, erhalten sie widersprüchliche Aussagen.
Mal hieß es, die Problembehebung dauere nur noch ein paar Tage, dann wurde gesagt, es würden keine Informationen über Probleme an der Adresse vorliegen. Manchmal wird ein Rückruf versprochen, der nie kommt. „Wir fühlen uns schlichtweg verarscht!“, bringt Ulrich Schwarte es auf den Punkt.



Die betroffenen Bewohner haben sich teilweise kleine Satellitenschüsseln und Receiver gekauft, um das Fernsehprogramm verfolgen zu können. Renate Hölter und Renate Schwarte berichten, dass sie regelmäßig ihr Datenvolumen aufstocken müssen. Das alles sind zusätzliche Kosten, aber die Handys seien die einzige Möglichkeit für sie, dringende Termine zu machen.
Bei einem Vor-Ort-Termin in der Flensburger Straße am Mittwoch, 4. März, finden in der benachbarten Lübecker Straße Bauarbeiten statt. Die Arbeiter werden kritisch beäugt von Bewohnern der umliegenden Straßen. Aus der Dortmunder Straße berichtet ein Mann ebenfalls davon, dass er seit Wochen keinen Empfang habe. Auch ihm hilft ein Zimmersatellit aus.

Renate Hölter erzählt, dass sie ganz aus dem Häuschen war, als sie die Straßenarbeiter gesehen hat. „Ich gucke regelmäßig auf den Router und hoffe, dass das rote Blinken endlich aufhört.“ Doch das Blinken bleibt, denn die Versuche bleiben vorerst erfolglos, wie ein Arbeiter auf Nachfrage berichtet. Sie müssen wiederkommen.
„Ich gucke regelmäßig auf den Router und hoffe, dass das rote Blinken endlich aufhört”
Auf Nachfrage von LokalPlus erklärt der Netzbetreiber Vodafone, dass es im Bereich der Flensburger Straße zu einer „lokalen Einzelstörung“ gekommen sei, die seit dem 9. Januar bestehe und von der elf Kunden betroffen seien.
„Die unterirdische Zufuhrstrecke, über die diese elf Kunden an das Vodafone-Festnetz angeschlossen sind, ist vorübergehend außer Betrieb“, heißt es in der schriftlichen Antwort der Vodafone-Pressestelle auf eine LP-Anfrage. Man bitte die Kunden um „noch etwas Geduld“ und um Verständnis.

Der Kundenservice könne bei einer derart komplexen Störung nicht immer den genauen Zeitpunkt der Entstörung vorhersehen. „Wichtig ist, dass im Hintergrund an der Entstörung gearbeitet wird.“ Die Reparaturen seien jedoch sehr aufwendig, es sei unter anderem eine Straßensperrung notwendig. Starten sollen die Arbeiten, sobald die behördlichen Genehmigungen vorliegen.
Ein solcher Antrag liege der Stadt Attendorn allerdings noch nicht vor, wie auf Anfrage mitgeteilt wird. Sollte das der Fall sein, werden die Anträge von der zuständigen Stelle geprüft und erteilt, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. “Ziel ist es dabei, notwendige Arbeiten möglichst zügig zu ermöglichen und gleichzeitig die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten.“
Informationen über den konkreten Umfang der Störung oder die Zahl der betroffenen Haushalte liegen der Stadt nicht vor.
