Die Erfolgsgeschichte von Angelo Anton-Julian
Zehn Jahre Werthmann Werkstatt, Abteilung eXtern
- Attendorn, 30.04.2018
- Von Barbara Sander-Graetz
Barbara Sander-Graetz
Redaktion
Attendorn. Angelo Anton-Julian ist stolz. Der 21-Jährige hat es geschafft. Er ist jetzt Betreuungsassistent. Seine Ausbildung hat er mit Bravour bestanden und sein Vertrag mit dem Franziskaner-Hof, der in Trägerschaft der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) ist, geht bis zum November 2019. Ermöglicht wurde ihm diese Arbeit mit Hilfe von Sina Neuhaus und Günter Rotthoff, Integrationsassistenten in den Werthmann Werkstätten, Abteilung eXtern, die ihn immer begleitet und unterstützt haben.





Um zukünftig in diesem Bereich zu arbeiten, strebte Angelo schließlich eine Qualifizierung an. Er macht die Ausbildung zum Betreuungsassistent nach § 53 c (früher § 87 b) SGB XI. Zu seinen Aufgaben gehört die Alltagsbegleitung von demenziell veränderten Menschen. Den praktischen Teil der Ausbildung absolviert er im Franziskaner-Hof. Die Theorie erlernte er bei IN VIA in Olpe.
Hier ist Integrationsassistentin Sina Neuhaus immer an seiner Seite. Angelo ist der erste männliche Teilnehmer im Qualifizierungskurs. Er lernt vieles über Demenz, die Strukturen in einem Seniorenheim, Kommunikation, Validation, Hygiene, Erste Hilfe und auch Rechtskunde. Alles Erlernte kann er im praktischen Teil umsetzten. Als Abschlussaufgabe gestaltet er für die männlichen Bewohner im Franziskanerhof einen „Männerstammtisch“. Es gibt Hot Dogs, Würstchen, ein kühles Bier und viel zu erzählen.
Thomas Ludwig ergänzt: „Er hat in der Zeit, die er bei uns ist, eine kontinuierliche Entwicklung seiner Persönlichkeit gemacht. Er ist den Bewohnern gegenüber sehr emphatisch und auch die non-verbale Kommunikation beherrscht er vorbildlich.“ 49 Bewohner, darunter sechs Wachkomapatienten der Phase F leben im Franziskaner-Hof, der im 13. Jahr im Herzen von Attendorn beheimatet ist.
Für Günter Rotthoff und Sina Neuhaus ist der 21-Jährige eine weitere Erfolgsgeschichte in der zehnjährigen Geschichte der Abteilung eXtern mit ihren betriebsintegrierten Arbeitsplätzen. 33 Menschen mit Behinderung haben hier derzeit ein Beschäftigungsverhältnis außerhalb der Werkstätten. Der Arbeitgeber entrichtet dabei eine Dienstleistungspauschale an die Werkstatt, der wiederum den Beschäftigten einen Lohn bezahlt.
Die Menschen mit Behinderungen arbeiten zwar im Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarkts, sie bleiben aber weiterhin Beschäftigte der Werkstatt. Betriebsintegrierte Arbeitsplätze bieten ein hohes Maß an Inklusion und können sowohl unbefristet als auch befristet sein. „Für unsere Beschäftigten, die trotz ihrer Einschränkungen einen betriebsintegrierten Arbeitsplatz haben, ist das eine enorme Steigerung des Selbstwertgefühls. Allein dafür lohnt sich die Mühe und der Aufwand“, so Günter Rotthoff.
Zehn Jahre Abteilung eXtern
In der Zeit zwischen 10 und 14 Uhr hat jede Einrichtung, jeder Betrieb, der mit den Werthmann Werkstätten kooperiert und einen betriebsintegrierten Arbeitsplatz für einen Beschäftigten bietet, die Möglichkeit, sich und den Beschäftigten live vorzustellen.
Hier können sich auch Firmen, die ebenfalls einen solchen Arbeitsplatz anbieten möchten, bei den Beteiligten informieren. „Wir möchten viele Türen zeigen und öffnen. Wir bieten somit eine Plattform zur Information, zum Zugang neuer beruflicher Alternativen für Beschäftigte, zu Vernetzung vieler Einrichtungen und Betriebe im Kreis Olpe“, erklärt Abteilungsleiter Dirk Schürmann.
