Demenz besser verstehen: Großer Gesprächsbedarf im Haus Mutter Anna
Gut besuchter Info-Abend in Attendorn
- Attendorn, 01.10.2026
- Verschiedenes
Attendorn. „Wie können wir Menschen mit Demenz besser verstehen und ihnen im Alltag mit mehr Sicherheit begegnen?“ Diese Frage hat im Mittelpunkt eines Informationsabends im Haus Mutter Anna in Attendorn gestanden. Mehr als 30 Interessierte folgten im Rahmen der Welt-Alzheimer-Woche der Einladung in die Nicolaistube.

Demenz betrifft nicht nur die erkrankten Menschen selbst. Auch Angehörige und das persönliche Umfeld stehen häufig vor Fragen, Sorgen und herausfordernden Situationen. Ziel des Abends war es deshalb, (Berührungs-) Ängste abzubauen, Verständnis zu schaffen und den Teilnehmern neben fachlichen Informationen auch konkrete Hilfestellungen für den Alltag mitzugeben.
Schnell wurde deutlich, wie groß der Gesprächsbedarf ist. Die Teilnehmer berichteten offen von persönlichen Erfahrungen, stellten Fragen und schilderten Situationen, die sie im täglichen Umgang mit Menschen mit Demenz beschäftigen. So entwickelte sich ein intensiver und persönlicher Austausch, bei dem neben fachlichen Informationen auch die Erfahrungen und Sorgen der Angehörigen viel Raum erhielten.

Melanie Bödefeld, Pflegedienstleitung des Hauses Mutter Anna, eröffnete und begleitete die Veranstaltung. Stefanie Kremer, stellvertretende Pflegedienstleitung und Demenzexpertin, brachte ihre fachlichen Erfahrungen aus der täglichen Arbeit mit Menschen mit Demenz ein. Edith Reckling, Koordinatorin des Sozialen Dienstes, zeigte Möglichkeiten der Unterstützung und Begleitung auf.
Anna Schwarz, Sozialarbeiterin und DCM-Expertin, ergänzte den Abend um die Perspektive der personenzentrierten Begleitung. Dabei stand insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie die individuellen Bedürfnisse, Gefühle und die Lebensqualität von Menschen mit Demenz wahrgenommen und berücksichtigt werden können.
Ein zentraler Gedanke zog sich durch den gesamten Abend: Menschen mit Demenz sollten nicht allein über ihre Erkrankung wahrgenommen werden. Entscheidend sei, den Menschen mit seiner Persönlichkeit, seiner Lebensgeschichte, seinen Bedürfnissen und Gefühlen hinter der Demenz zu sehen.

Die große Resonanz und die vielen persönlichen Gespräche machten deutlich, dass der Informations- und Austauschbedarf rund um das Thema Demenz weiterhin hoch ist. Mehrfach äußerten Teilnehmer den Wunsch nach einer Gesprächs- und Austauschgruppe für Angehörige und Interessierte.

Eine solche Gruppe könnte künftig Raum bieten, um persönliche Erfahrungen, Fragen und Sorgen miteinander zu teilen, sich gegenseitig zu unterstützen und fachliche Impulse zu erhalten. Das Haus Mutter Anna möchte nun prüfen, wie ein entsprechendes Angebot gestaltet werden kann.
