Das Geheimnis, wo am Ostersonntag das längste Kreuz steht, ist gelüftet

Osterbrauchtum in Attendorn


  • Attendorn, 09.04.2023
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Die Poskeväter strahlen um die Wette. von Jonas Johannes
Die Poskeväter strahlen um die Wette. © Jonas Johannes

Attendorn. Welche Po(o)(r)te hat das dickste und welche das längste Osterkreuz? Auf die Antworten auf diese Fragen warteten am Karsamstag, 8. April, viele Menschen auf dem Alter Markt. Die Nase vorne hatten die Niederste Poorte mit der Länge von 32,10 Metern und die Ennester Poorte mit einem Umfang von 1,30 Metern.


Um kurz nach 18 Uhr war es so weit. Die Poskebrüder der einzelnen Po(o)(r)ten zogen über die Kölner Straße mit Gesang auf dem Marktplatz ein. Im Schlepptau hatten sie die vier Fichtenstämme für die Osterkreuze.

Nachdem die heimischen Wälder vom Borkenkäfer heimgesucht worden sind, wurden nun zum ersten Mal die Osterkreuze nicht im Stadtwald geholt, sondern vom Attendorner Unternehmer Walter Viegener gespendet. Allerdings wurden die Osterkreuze nicht selbst ausgesucht, sondern ausgelost.

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Nach der Bekanntgabe der Maße und dem Singen des Poskeliedes wurde sowohl der Gruß „Guet Füer“ („Gutes Feuer“) als auch der Kattfiller-Gruß für die Karnevalisten ausgerufen, bevor die Osterkreuze mit Muskelkraft auf die vier „Osterköppe“ - die Hügel außerhalb der Stadt - gebracht wurden.

Das typische Aussehen mit umwickeltem Stroh erlangen die Osterkreuze am Ostersonntag. Anschließend werden sie aufgerichtet und um 21 Uhr die Feuer entzündet, wenn das Geläut der Kirchenglocken ertönt. Den Abschluss der Osterzeit bildet die Osterandacht in der Pfarrkirche.

Die Messergebnisse
  • Kölner Poorte: 28,70 Meter Länge, Umfang: 1,22 Meter
  • Niederste Poorte: 32,10 Meter Länge, Umfang: 1,26 Meter
  • Waterpoote: 30,65 Meter Länge, Umfang: 1,28 Meter
  • Ennester Poorte: 29,10 Meter Länge, Umfang: von 1,30 Meter


Die Messergebnisse wurden in ein kleines Buch eingetragen, in dem die Maße der Osterkreuze bereits seit Jahrzehnten festgehalten werden.

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