Beliebte JVA-Schnitzereien gibt es jetzt in der „Spielzeugwerkstatt“

Neuer Laden in der JVA Attendorn


Sind mit dem neuen Verkaufsladen zufrieden, von links: die kommissarische Anstaltsleiterin Yasmin Schreiner, Pressesprecherin Heike Wehr, Dana Sperke (Leiterin Arbeitsverwaltung) und Ludger Schröder (Betriebsleiter Spielzeugwerkstatt/Arbeitstherapie). von Adam Fox
Sind mit dem neuen Verkaufsladen zufrieden, von links: die kommissarische Anstaltsleiterin Yasmin Schreiner, Pressesprecherin Heike Wehr, Dana Sperke (Leiterin Arbeitsverwaltung) und Ludger Schröder (Betriebsleiter Spielzeugwerkstatt/Arbeitstherapie). © Adam Fox

Attendorn. Wer Produkte aus Holz erwerben möchte, macht das in der Regel in einem Möbelgeschäft oder bei einem Schreiner. In Attendorn bietet die Justizvollzugsanstalt traditionell Holzprodukte aller Art aus der hauseigenen Fertigung an. Damit bekommt man nicht nur Unikate, sondern unterstützt auch die Häftlinge finanziell für ihren Arbeitseinsatz hinter Gittern.


In der Zeit vor Corona erlebte die JVA, insbesondere im Rahmen der Adventsausstellung, einen enormen Besucherandrang. Es war keine Seltenheit, dass sich mehrere hundert Menschen auf dem Gelände der JVA aufhielten. „Es ist schon mal vorgekommen, dass sich Leute verlaufen haben“, sagt Ludger Schröder, Betriebsleiter Spielzeugwerkstatt und Arbeitstherapie. Bei der Leitung der Justizvollzugsanstalt, dessen kommissarische Leiterin im Moment Yasmin Schreiner ist, führte dies zu einem Umdenken.

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Im vergangen Jahr wurden die Vogelhäuschen, Möbel und Weihnachtskrippen zunächst im leerstehenden Verkaufsräumen in der Kölner Straße (heutige InfoTastic Academy) verkauft. Eine weitere Fortsetzung dort scheiterte an den hohen Mietkosten. Um die Produkte weiter anbieten zu können, hätte man die Preise der Artikel um 30 Prozent erhöhen müssen. Eine Option, die für alle Beteiligten nicht in Frage kam.

Umbau in 600 Stunden Eigenleistung

Deshalb schaute man sich auf dem eigenen Gelände um – und wurde fündig. Ein bislang als Lager genutzter Raum, der als einziger Raum über eine Außentür verfügt, wird nun als Verkaufsladen fungieren. Auf rund 70 Quadratmetern ist binnen zehn Monaten ein solcher Laden entstanden, wo es zukünftig Holzprodukte aller Art zu kaufen gibt. Ab Dienstag, 2. November, kann der Laden, der den Namen „Spielzeugwerkstatt“ trägt, betreten werden.

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Auf die Frage, wie viel der Umbau gekostet hat, antwortet Schröder: „Bei den reinen Materialkosten liegen wir bei 15.000 Euro. Ohne die 600 Stunden Eigenarbeit wäre der Preis wohl noch weitaus höher gewesen.“

Eintritt einfacher als früher

Der Laden wird zukünftig von zwei Justizvollzugsangestellten betreut. Sollte der Verkaufsraum während der Öffnungszeiten nicht besetzt sein, können die Besucher sich per Klingel bemerkbar machen oder die an der Tür hinterlassene Rufnummer (02722/920-2550) wählen.

Und auch die Eintrittsbedingungen sind einfacher als zuvor. „Keine Anmeldung, kein Vorzeigen des Personalausweis und keine Einbuchung“ versichert Ludger Schröder. Bezahlt werden kann ausschließlich mit Bargeld. Parkplätze stehen am Biggeweg und an der JVA zur Verfügung.

Öffnungszeiten der Spielzeugwerkstatt

Januar bis Oktober: montags bis donnerstags 10 bis 15 Uhr und freitags 10 bis 13 Uhr

November und Dezember: montags bis donnerstags 12 bis 18 Uhr sowie freitags und samstags 10 bis 13 Uhr

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