Bauern fordern Investitionssicherheit und angepasste Förderungen

Heimische Politiker besuchen Bauernhöfe


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Nach der angeregten Diskussion gab es zufriedene Gesichter bei den Landwirten und den Politikern, die versprachen, die Anliegen mit in den Bundes- und den Landtag zu nehmen. von Nicole Voss
Nach der angeregten Diskussion gab es zufriedene Gesichter bei den Landwirten und den Politikern, die versprachen, die Anliegen mit in den Bundes- und den Landtag zu nehmen. © Nicole Voss

Kreis Olpe/Helden. „Hier kommen drei Sachen zusammen: der Wettbewerb, die ungleiche Förderung und die Bürokratie. Das macht betriebswirtschaftlich keinen Spaß“, brachte CDU-MdB Dr. Matthias Heider die Eindrücke seiner gemeinsamen Rundreise mit CDU-MdL Jochen Ritter über drei Bauernhöfe auf den Punkt.


Die heimischen Politiker besuchten gemeinsam mit einigen Landwirten den Hof Kampmann in Sange, den Hof Lorenz in Hespecke und den Hof Stinn in Helden. Auf letztgenanntem Hof tauschten sich die Landwirte mit den Politikern aus. Im Mittelpunkt standen unterschiedliche Produktionsrichtungen und das Tierwohl.

Was sich jedoch in der sich sehr schnell wechselnden Gesetzgebung abspielt, stellt die Familienbetriebe vor große Herausforderungen. Dr. Heider räumte ein, dass es für die heimischen Betriebe auch auf Grund des hohen Preisdrucks immer schlechter aussehe und betonte, dass es jungen Menschen schwer erklärbar sei, warum sich die Landwirtschaft lohne.
Investitionssicherheit ist wichtig
Jochen Ritter sah das Problem auch bei der Investitionssicherheit und nannte als Beispiel den Hof Kampmann, der viel Geld in eine modernere und tiergerechtere Sauenhaltung mit mehr Komfort und Platz investiert habe.

Damit ist auch das Anliegen der teilnehmenden Landwirte beschrieben. Sie fordern höhere Förderungen, Planungssicherheit und verlässliche Zusagen seitens der Politik. Matthias Stuff brachte es auf den Punkt: „Die momentane Förderung reicht nicht aus.“
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Bauern fordern Investitionssicherheit und angepasste Förderungen
Tatsache ist, dass in NRW etwa 65.000 Mutterkühe in 6.000 Betrieben gehalten werden. Anders als andere Weidetierhalter erhalten Mutterkuhhalter keine Weidehaltungsprämie. Die Ungleichbehandlung stößt bei den heimischen Landwirten auf Unverständnis.

Dazu sagte Dr. Matthias Heider: „Kleine und mittlere Betriebe sind von Vorteil. Sie funktionieren anders als größere. Da bedarf es unterschiedlicher Förderungen. Die Wertschätzung für die Betriebe sollte dazu gehören.“ Michael Stinn betonte: „Wenn wir die bäuerlichen, familiären Betriebe halten wollen, brauchen wir mehr als plakative Aussagen.“

Im Repetal sind Michael Stinn, Matthias Stuff und Tobias Belke der Meinung, dass die Arbeit der Bauern nicht ausreichend honoriert werde. Durch schlechte Absatzmöglichkeiten und gestiegenen Kosten durch die Düngeverordnung hätten viele Kleinbauern finanzielle Schwierigkeiten. Dazu komme, wie bei Holger Lorenz, der Futtermangel durch die Trockenheit der vergangenen Jahre.
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