Attendorner SPD kritisiert Vorgehensweise der CDU im Forstausschuss
Überraschendes Konzept zur Neubestockung des Stadtwaldes
- Attendorn, 19.04.2021
- Dies & das
- Von Nicole Voss
Attendorn. Laut Sitzungsvorlage des Attendorner Forstausschusses sollte die Stadt Attendorn ein versiertes Fachbüro beauftragen und so die Neubestockung der Flächen des Stadtwaldes angehen. Es kam anders: Die CDU legte überraschend ein eigenes Konzept vor, dem mehrheitlich zugestimmt wurde.




Uli Bock, Fraktionsvorsitzender der SPD, nimmt Stellung dazu: „Das Konzept ist erst in der Sitzung angekündigt, vorgelegt und direkt zur Abstimmung gestellt worden. Es wäre ein Gebot der demokratischen Fairness gewesen, allen anderen Fraktionen und der Verwaltung das Konzept vorher anzukündigen und vorzulegen.
So konnten einige Ausschussmitglieder und Verwaltungsmitarbeitende nicht einmal einen Blick in das Konzept werfen (während andere Ausschussmitglieder vorab informiert waren), über das sie kurze Zeit später abstimmen mussten. Von einer inhaltlich angemessenen Beschäftigung ganz zu schweigen.“

Uli Bock stellt in Frage, wie die CDU-Mitglieder des Ausschusses wohl reagiert hätten, wenn die Verwaltung erst in der Sitzung ein Konzept vorgelegt hätte, über das direkt abgestimmt werden sollte? Das Konzept der CDU sehe vor, dass eine rund 12 Hektar große Fläche möglichst schnell wieder aufgeforstet werden solle.
Hier dränge nach Aussage der CDU die Zeit. „Es stehen allerdings über 450 Hektar Wald im Eigentum der Stadt, es gibt auch weitaus mehr Kalamitätsflächen als die besagten 12 Hektar“, moniert Uli Bock. Er stellt die Frage, ob der Zeitdruck nur für diese Teilfläche bestehe und welchen Sinn es mache, 12 Hektar wieder aufzuforsten, bevor ein Konzept erarbeitet wird, wie der Stadtwald überhaupt in Zukunft grundsätzlich aussehen soll?

Der SPD-Fraktionsvorsitzende regt an, die Zeit zu nutzen und eine Entscheidung, die den Wald und das Landschaftsbild über Jahrzehnte prägen werde, gründlich vorzubereiten, als in Aktionismus in Bezug auf eine Teilfläche zu verfallen. Das Konzept der CDU sei ohne Einbeziehung und Kontakt zu den zuständigen Mitarbeitenden der Stadtverwaltung bzw. zum zuständigen Förster erarbeitet worden.
So sei beispielsweise nicht berücksichtigt worden, dass Teile der überplanten Flächen durch Satzung als ökologische Ausgleichsflächen gewidmet worden sind. Ein Konzept ohne Einbeziehung der zuständigen Fachleute, das eine lückenhafte Informationsgrundlage als Basis habe, stellte Uli Bock in Frage.

Er räumt jedoch ein, dass Einigkeit darüber bestehe, dass eine ökologisch nachhaltige Aufforstung des städtischen Waldes eine hohe Bedeutung in Zeiten des Klimawandels habe. Die Aufforstung solle aber gründlich und kompetent vorbereitet werden.
Ein Konzept, das nicht ordentlich beraten werden kann, nur eine Teilfläche betreffe und die zuständigen Fachleute außen vor lasse, könne wohl kaum der richtige Auftakt zu einer nachhaltigen Entwicklung sein.
