Attendorner Osterbrauchtum lockt Gäste von nah und fern in die Hansestadt
Semmelsegnen und Kreuze vermessen
- Attendorn, 04.04.2026
- Verschiedenes
- Von Mona Pospischil
Attendorn. Das Osterbrauchtum ist für viele Attendorner ein fester Bestandteil der Feierlichkeiten. Aber auch Gäste mit weiter Anreise lockten das Semmelsegnen und das Vermessen der Bäume am Samstag. 4. April, an.

Für das Semmelsegnen hat Remigiusz Dolata den weiten Weg aus Polen auf sich genommen. Gemeinsam mit alten Freunden aus der Hansestadt, schaut er sich die Tradition heute zum ersten Mal an. „Es gibt eine Tradition in Polen, bei der am Ostersamstag mit Weihwasser Speisen besprengt werden“, erzählt er. Eier, Brot und Butter werden dabei zum Beispiel zusammen in einen Korb gelegt.

„Von den Attendorner Semmeln hatte ich keine Vorstellung“, überlegt Dolata. Erstaunt ist er darüber, wie viele Menschen am Semmelsegnen teilgenommen haben und, dass die Tradition sehr alt sein soll. „Wie alt weiß ich nicht, aber ich habe gehört alt genug“, lacht er.
Pfarrer Andreas Neuser – als frischgebackener Domkapitular in neuem Outfit – hatte zuvor die Semmel der Menschenmenge auf dem Kirchplatz gesegnet. Wie laut raschelnde Brötchentüten sein können und wie es klingt, wenn ein Chor aus hunderten Menschen „Großer Gott wir loben dich“ singt, kann niemand wissen, der noch nie beim Attendorner Semmelsegnen dabei war.
„Dass heute wieder so viele hier sind – dass man von nah und fern zusammengekommen ist, um Ostern zu feiern – ist das nicht auch ein Ausdruck dafür, dass wir uns nach Gemeinschaft, nach Frieden, nach einer Botschaft der Hoffnung sehnen?“, findet er.



Erst über eine Stunde nach der abgemachten Uhrzeit rollen die Poskebrüder der vier Po(or)ten ihre Baumstämme, aus denen die Osterkreuze werden, auf den Marktplatz.
Das Warten hat sich gelohnt, ohne lange Umschweife werden die Ergebnisse der Messungen verkündet: Den Wettkampf um den dicksten Stamm gewinnt mit 1,19m die Kölner Poorte.
Das längste Osterkreuz mit 35,47m steht auf der Waterpoote. „Das ist ein schönes Gefühl“, freut sich ihr Poskevater Janik Klement über den Erfolg. „Wir hätten gerne auch das Dickste gehabt, aber hat halt nur für eins gereicht“, scherzt er noch.
Den Höhepunkt findet das Osterbrauchtum in der Hansestadt morgen, 5. April, mit dem Abbrennen der Osterfeuer.
