Attendorner Grünen-Fraktion nimmt Stellung zum Bauvorhaben Wall-Center
Einwohnerantrag wird begrüßt
- Attendorn, 12.05.2021
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Attendorn. Die überarbeiteten Pläne der ITG (Investor) zum geplanten Wall-Center liegen im Attendorner Rathaus aus. Einige Attendorner Bürger sprechen sich jedoch für einen Investoren-Wettbewerb aus und haben dazu einen Bürgerantrag mit Unterschriftenliste initiiert (LokalPlus berichtete). Die Grünen unterstützen den Bürgerantrag. Hierzu schreibt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Matthias Pröll:



Der Standort „Alter Busbahnhof“ ist vorerst die letzte große innerstädtische Fläche, auf der großflächige Entwicklung stattfinden kann. Wir teilen die Notwendigkeit, das Einzelhandelsangebot in Attendorn attraktiv auszubauen. Der Abfluss von Kaufkraft nach Olpe, Plettenberg, Bamenohl und in den Online-Handel ist eine Herausforderung.
Allen Beteiligten muss bewusst sein, dass der Ausbau des Einzelhandels die bestehenden Akteure nicht gefährden darf. Ob ein zweiter Drogeriemarkt oder ein weiterer Anbieter im Bereich Lebensmitteleinzelhandel im Markensegment erforderlich und sinnvoll ist, wird in der Bevölkerung sehr unterschiedlich gesehen. Die Ansiedlung einer weiteren Apotheke halten wir nicht für nachvollziehbar.

Es bestehen jedoch insgesamt große Chancen, Attendorn attraktiver zu gestalten und Kaufkraft in Attendorn zu binden. Unser Hauptaugenmerk liegt aber nicht nur auf den potenziellen Mietern. Diese können und werden in den nächsten Jahren wahrscheinlich wechseln. Das Objekt und die Bausubstanz werden hier auf die nächsten Jahrzehnte Bestand haben und zum Attendorner Stadtbild gehören.
Wir können uns nicht erlauben auf dieser Fläche ebenerdige Parkplätze zu bauen und Menschen in den ersten Stock zum Einkaufen zu schicken. Der Parkraum mit mindestens einem Kellergeschoss gehört unter die Erde.

Weiter gehören nach unseren Vorstellungen an diesen Standort Wohnungen über die Einzelhandelsfläche. Gerade vor dem Hintergrund, dass an anderer Stelle geklagt wird, dass die Wohnflächenentwicklung in Attendorn „in Ketten gelegt“ werde, ist es unverständlich, dass hier auf einer Fläche von über 5.000 Quadratmetern kein einziger Quadratmeter Wohnraum entstehen soll.
Vor allem sollte das Bauvorhaben in Zeiten des Klimawandels ökologischen und energetisch ausgerichtet werden. Photovoltaik und Solarthermie sowie Dach- und Fassadenbegrünung sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Auch Qualität und Ästhetik sollte kein Fremdwörter sein. Unserer Meinung nach gehört zwischen neuem Bahnhof und neugestalteter Innenstadt ein architektonisch ansprechender, sich in die Umgebung einfügender Bau.
Unsere Forderungen bleiben:
- Parkflächen unter die Erde
- ein deutliches ökologisches Konzept, das Antworten auf die Situation des Klimawandels gibt
- Integration von Wohneinheiten
- eine deutliche optische Überarbeitung des Vorschlags
Die Grüne Fraktion im Rat der Hansestadt Attendorn sieht in den aktuellen Plänen, die weitgehend in nichtöffentlichen Runden verhandelt wurden, kein verantwortungsvolles Vorgehen, wie mit einem Stück Attendorner Innenstadt umgegangen wird. Deshalb halten wir eine frühe Festlegung auf einen Investor, ohne einen Wettbewerb um die besten Ideen und Konzepte, für falsch. Wir begrüßen daher den initiierten Einwohnerantrag.
