Attendorn verklagt Plettenberg wegen Modepark-Projekt
Streit um Baugenehmigung und Absprache
- Attendorn, 11.04.2018
- Von Sven Prillwitz
Sven Prillwitz
Redaktion
Attendorn/Plettenberg. Die eine Seite fühlt sich übergangen, die andere ist sich keiner Schuld bewusst. Jetzt muss das Verwaltungsgericht Arnsberg entscheiden: Die Stadt Attendorn hat die Stadt Plettenberg wegen des Verstoßes gegen das interkommunale Abstimmungsgebot verklagt. Es geht um den Modepark Röther, der im August in Plettenberg eröffnet werden soll.



Der mittelständische Modefilialist Modepark Röther will in dem ehemaligen Real-Markt am Maiplatz in Plettenberg eine Geschäftsstelle mit einer Verkaufsfläche von rund 6000 Quadratmetern eröffnen. Seit Sommer 2017 laufen die Sanierungsarbeiten an der Immobilie, die komplett entkernt wird und zu der auch ein Parkhaus mit mehreren Ebenen gehört. Mehr als zehn Millionen Euro investiert Modepark Röther nach Angaben des „Süderländer Tageblatts“ in das Projekt.

Dass Attendorn nun kurz vor Ostern Klage eingereicht hat, sieht Schulte relativ gelassen: „Wenn ich von vornherein davon ausgegangen wäre, dass wir im Unrecht handeln, hätten wir das gar nicht erst so gemacht.“ Was Plettenbergs Bürgermeister wesentlich ärgerlicher findet, ist der einstweilige Rechtsschutzantrag, den Attendorn zusammen mit der Klageschrift eingereicht hat. Durch diesen Antrag muss das Verwaltungsgericht in Arnsberg nun zunächst in einem Eilverfahren entscheiden, ob die Baugenehmigung der Stadt Plettenberg „offensichtlich rechtmäßig“ ist oder nicht.
Gespräche zwischen den Kommunen haben zwar bereits stattgefunden. Allerdings erst Ende vergangenen Jahres, wie Schulte und Pospischil jeweils bestätigen. Und damit zu einem Zeitpunkt, als die Baugenehmigung längst erteilt war und die Sanierungsarbeiten schon auf Hochtouren liefen. Deswegen war die Klage für Pospischil auch alternativlos. „Uns geht es darum, dass Recht und Gesetz eingehalten werden“, sagt Attendorns Bürgermeister. Über die Einleitung juristischer Schritte habe Attendorn auch die Stadt Werdohl informiert, die ebenfalls direkt an Plettenberg grenzt.
