Attendorn soll für Radfahrer „Münster des Sauerlandes“ werden

Verkehrskonzept


Das Foto steht als Beispiel für den Verbesserungsbedarf des Attendorner Radverkehrs. Die Container sorgen für Unübersichtlichkeit und für mögliche Unfallgefahren für Radfahrer beim Abbiegen. von Adam Fox
Das Foto steht als Beispiel für den Verbesserungsbedarf des Attendorner Radverkehrs. Die Container sorgen für Unübersichtlichkeit und für mögliche Unfallgefahren für Radfahrer beim Abbiegen. © Adam Fox

Attendorn. Obwohl die Stadt Attendorn seit 2007 rund 2,2 Millionen Euro in den Radverkehr investiert hat, gibt es nach Meinung vieler Bürger und Ratsmitglieder Handlungsbedarf bei diesem Thema. Der Antrag zur Förderung des Radverkehrs wurde jetzt im Ausschuss Planung und Umwelt vorgestellt.


Der sachkundige Bürger Bernd Strotkemper (SPD), Regionalmanager des Märkischen Kreises, erläuterte im Rahmen des Ausschusses den SPD-Antrag. Bevor in Attendorn weitere Radwege gebaut werden, müsse es der Stadt gelingen, das Thema voranzubringen.

Hierfür nannte er unter anderem die Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“, die im vergangenen Jahr schon im Düsseldorfer Landtag auf den Weg gebracht wurde und mit dem beschlossen Fahrradgesetz unterstützt wird.
Gute Beschilderung, optimale Anbindung
Es sollte jedem bewusst gemacht werden, dass man mit dem Fahrrad etwas für Umwelt, Klima und Gesundheit sowie gegen verstopfte Innenstädte tut, so Strotkemper.

Ziel sei es, den Radverkehr für die Ortsansässigen und die Touristen bestmöglich zu gestalten. Dazu gehören neben einer optimalen Beschilderung und Werbung auch eine gute Anbindung an das Attendorner Umland und die Dörfer sowie Radwege innerhalb der Hansestadt.
Expertenwissen nötig?
Für viel Gesprächsstoff sorgte das Thema Radverkehrsbeauftragter. Alberto Zulkowski (SPD) war der Auffassung, dass die Stadt Attendorn unbedingt eine Person mit Expertenwissen auf diesem Gebiet benötige. Zudem könne dadurch die Verwaltung erheblich entlastet werden.

Meinolf Schmidt (UWG) war hingegen konträrer Meinung. Der Radverkehr sei eine Querschnittsaufgabe der Verwaltung und eine externe Expertise sei zu diesem Thema nicht nötig. Auch einen Radverkehrsbeauftragten halte er für überflüssig, schließlich gebe es auch keinen KFZ- oder Fußgängerbeauftragten.
Das Münster des Sauerlandes
Gregor Stuhldreier (SPD) war ebenfalls der Meinung seiner Parteikollegen. Der Radverkehrsbeauftragte solle eingestellt werden, dadurch könne man auch die Fördermaßnahmen ausschöpfen. Anspruch ist, dass Attendorn eine Fahrradhochburg werden und überregional zum „Münster des Sauerlandes“ werden soll.

Dem SPD-Antrag wurde nur teilweise zugestimmt. Während bei allen Mitgliedern Konsens herrschte bezüglich einer vorzeitigen Bürgerbeteiligung, entschied sich die knappe Mehrheit der gegen einen Radverkehrsbeauftragten und gegen ein externes Beratungsbüro. Das Radverkehrskonzept soll nun von Bürgermeister und der Verwaltung gemeinsam ausgearbeitet werden.
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