Angeklagte nach mutmaßlichem Suizidversuch außer Lebensgefahr
Update aus Attendorn
- Attendorn, 19.01.2026
- Blaulicht
- Von Nils Dinkel
Attendorn. Im Fall der mutmaßlichen Suizidabsicht einer 49-jährigen Angeklagten aus Attendorn gibt es neue medizinische Informationen. Wie Polizei-Pressesprecher Thorsten Scheen auf LokalPlus-Anfrage erklärte, befindet sich die Frau weiterhin in Behandlung, ist aber inzwischen außer Lebensgefahr und bei Bewusstsein. Eine stationäre Versorgung sei derzeit fortlaufend nötig, so Scheen.



Die Frau war am Donnerstag, 15. Januar, von Beamten in ihrem Wohnhaus in einem kritischen gesundheitlichen Zustand aufgefunden worden, nachdem sie am Morgen kurzfristig nicht zu einem anberaumten Prozesstermin vor dem Landgericht Siegen erschienen war.

Zuvor hatte die Polizei die Großeltern im Haus angetroffen und die Angeklagte anschließend im eigenen Teil des Gebäudes entdeckt. Nach Angaben der Polizei könnte eine Kohlenmonoxid-Vergiftung durch einen angezündeten Holzkohlegrill Ursache für ihren Zustand sein – in diesem Zusammenhang werde weiterhin in alle Richtungen ermittelt.

Die Frau ist in dem Verfahren Hauptangeklagte; ihr wird unter anderem Freiheitsberaubung und Misshandlung eines Schutzbefohlenen vorgeworfen. Der Prozess, der ursprünglich mit der Verlesung der Anklageschrift fortgesetzt werden sollte, wurde aufgrund der gesundheitlichen Situation der Angeklagten verschoben.

Die für den 20. und 22. Januar terminierten Verhandlungstage wurden abgesagt. Ein neuer Termin ist derzeit für den 4. Februar vorgesehen – vorausgesetzt, die Angeklagte gilt bis dahin als verhandlungsfähig.

Anmerkung
Unsere Redaktion berichtet normalerweise nicht über Suizide oder Suizidversuche. Eine Berichterstattung erfolgt in diesem Fall ausschließlich im Zusammenhang mit dem Prozess, der für großes öffentliches Interesse sorgte.
Wenn Sie selbst in Not sind oder sich Sorgen um jemanden machen, erreichen Sie die Telefonseelsorge unter Tel. 0800 / 111 0 111 oder Tel. 0800 / 111 0 222.
